Venedig

Venedig, San Marco, Dogenpalast

Von Stuttgart sind es 680 km bis nach Venedig. Um nicht die gesamte Strecke an einem Tag bewältigen zu müssen, fahren wir bereits am Freitag nach der Arbeit los. Nachdem wir den Brenner passiert haben erreichen wir nach 350 km den kleinen italienischen Ort Sterzing (Vipiteno). Auch um kurz vor zehn Uhr finden wir hier im Hotel Klammer noch ein günstiges Zimmer. Zum Ausklang machen wir noch einen kleinen Spaziergang in die Altstadt. Die Häuser mit ihren schön geschmückten Fassaden verleihen ein besonderes Flair. Ein besonderer Blickfang ist der Stadtturm. In einer einladenden Weinbar in dessen Nähe genießen wir ein Glas Wein und beginnen unseren Kurzurlaub.

 

Samstag, 28.04.2012

Nach einem einfachen italienischen Frühstück fahren wir weiter. Der strahlend blaue Himmel lädt zum offen fahren ein. Wir genießen die tolle Berglandschaft, die an uns vorüber zieht und die Fahrt zum Vergnügen macht. Am späten Vormittag haben wir unser Ziel erreicht. Es ist ein tolles Gefühl über den Straßendamm zu fahren und einen schönen Eindruck der Lagune und der Stadtsilhouette Venedigs zu bewundern. Auch einige rechte große Kreuzfahrtschiffe liegen vor Anker. Auf der Insel Tronchetto parken wir in einem der großen und bereits gut gefüllten Parkhäuser (25 €/Tag). Als wir an einem Infostand ein Drei-Tages-Vaporetto-Ticket kaufen erfahren wir auch, dass von den 400 hier vermittelten Hotels nur noch in einem ein einfaches Zimmer mit WC auf dem Gang zu haben ist. Wohlweißlich haben wir für dieses lange Wochenende vorgebucht. Das ****Hotel Al Nido di Guilietta e Romeo liegt zentral im Stadtteil San Polo.

Mit der Vaporetto Linie Nr. 1 fahren wir bis zur Station Rialto. Die Fahrt über den Canal Grande ist ein schöner Einstieg. Rechts und links der wichtigsten Wasserstraße Venedigs ziehen die typischen venezianischen Fassaden von der Sonne angestrahlt an uns vorbei. Der 3,8 km lange Canal Grande durchzieht in S-Form die Lagunenstadt. Sein Ufer säumen etwas 330 historische Bauten. Die Baustile reichen von Gotik über Renaissance bis hin zum Barock und schreiben im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte. Die schmalste Stelle mit etwa 30 m befindet sich an der Rialto-Brücke, an seiner Mündung ist der Kanal 70 m breit.

Canal Grande
Gondeln auf dem Canal Grande

Zunächst passieren wir den Rialto-Markt, wo ein buntes Treiben herrscht. Den richtigen Weg in dem Gewirr von Gässchen und Brücken zu finden, fällt uns noch etwas schwer und auch das Gepäck macht es nicht leichter. Nach dem ein oder anderen kleinen Umweg und der Hilfe eines Auskunft gebenden Gondoliere erreichen wir den Campo San Cassiano (1858) und stehen vor dem Hotel. Die einladende Eingangshalle wir von einem romantischen Romeo & Julia-Gemälde geschmückt. Gerne nehmen wir das Upgrade für die erste Nacht an und werden zu einer Suite mit eigenem Whirlpool geführt. Jedes Zimmer in dem kleinen Designhotel sieht anders aus.

Bei strahlendem Sonnenschein beginnen wir unseren ersten Stadtrundgang. Bis zur Rialtobrücke laufen wir nur etwa fünf Minuten. Kurz hinter dem Markt herrscht an einer Bacaro reges Treiben. Für zwei Euro wird hier Sprit -ein Getränk aus Weißwein, Aperol und einem Spritzer Soda- angeboten. Dazu gibt es Crostini und Cicheti -kleine appetitlich belegte Brötchen mit beispielsweise Thunfischcreme, Parmaschinken oder Käse sowie Kroketten mit Gemüse, Fisch oder Fleisch. Dazu trinken wir einen Ombra (übersetzt: Schatten), was in nichts anderes ist als ein Gläschen Wein. Auf einem Steg mit Blick auf den Canal Grande verspeisen wir die Köstlichkeiten und beobachten das Treiben. Gestärkt setzen wir unsere Stadterkundung fort. Trotz der vielen Touristen, die sich hier tummeln, bietet die Rialtobrücke immer wieder einen schönen Anblick.

Rialto-Brücke
Rialto-Brücke

Durch enge Gassen erreichen wir den Markusplatz. Bereits 1720 wurde im Paterre der Neuen Prokuratien das Caffè Florian eröffnet und gilt als ältestes Kaffeehaus Italiens. Insgesamt hatten wir auf dem Markusplatz einen noch größeren Andrang erwartet. In den Cafes auf der Piazza sind nur wenige Plätze belegt, bei einem Preis von neun Euro für einen Cappuccino wundert uns das allerdings nicht wirklich. Inbegriffen im Preis ist klassische Life-Musik.

Markusplatz

Die Westfassade der byzantinischen Basilica San Marco ist leider teilweise verhüllt, bietet jedoch dennoch einen schönen Anblick mit ihrer Fülle an Kuppeln, farbenfrohen Marmorsäulen, Bogen, Spitztürmen sowie Marmorstatuen und Mosaiken. Die Besucherschlange ist leider ziemlich lang. Für die Basilica wird zwar (ausnahmsweise) kein Eintritt erhoben, doch um Beschädigungen zu vermeiden wird die Besucherzahl wird kontrolliert.

Etwas kürzer ist dafür die Schlange am Glockenturm. Mit einem Lift fahren wir zur Aussichtsterrasse des 98,5 m hohen Campanile di San Marco. Ursprünglich wurde das heutige Wahrzeichen der Lagunenstadt als Leucht-, Wach- und Folterturm errichtet, nach seinem Zusammenbruch im Jahr 1902 wurde er im Stil des 16. Jahrhunderts als Glockenturm wieder aufgebaut. Bei herrlichem Sonnenschein haben wir einen fantastischen Blick über die Dächer von Venedig und der Lagune. Gegenüber liegt malerisch die kleine Insel San Giorgio Maggiore. Angeblich genoss auch Goethe diesen Ausblick und sah von hieraus erstmals das Meer.

Markusplatz mit Basilica San Marco und Campanile
Markusplatz mit Basilica San Marco und Campanile

Einen schönen Anblick bietet ebenfalls die Frührenaissance-Fassade des kleinen Glockenturms Torre Dell‘ Orologio. Zwei bronzene Mohren geben mit Hämmern die Stunde an.

Nicht minder imposant ist der Dogenpalast (Palazzo Ducale). Über der Arkade mit 36 Säulen erhebt sich eine Loggia und gibt dem festungsähnlichen Bau mit seinem Ausmaß von etwa 100 mal 75 Metern eine gewisse Leichtigkeit. Dazu trägt auch die Fassade aus weißem und rosafarbenem Stein, das ein Rautenmuster bildet, bei. Das gotische Hauptportal Porta della Carta ist reich verziert und wird u.a. von dem Markuslöwen, einem Brustbild des heiligen Markus sowie vier Kardinalstugenden (Besonnenheit, Tapferkeit, Weisheit und Barmherzigkeit) in Form von Statuen geschmückt.

Wir queren viele weitere kleine Brücken, Blicken auf teilweise recht morbide Häuserfassaden und durchlaufen enge Gassen. Später erreichen wir das Opernhaus La Fenice, wo wir Konzertkarten für den letzten Abend erstehen.

Abends speisen wir vorzüglich in dem kleinen Restaurant Vini da Giglio, das laut unserem Reiseführer bei Gourmets beliebt ist. zurück

 

Sonntag, 29.04.2012

Mit dem Vaporetto fahren wir bis zur Haltestelle Accademia. Die Ponte Dell‘ Accademia ist die letzte Brücke über den Canal Grande. Die 1934 erbaute Holzbrücke war eigentlich als Provisorium gedacht, geriet aber anscheinend in Vergessenheit. Erfreulicherweise sind wir noch vor dem großen Besucherstrom unterwegs. Für das Eintrittsticket zur Galerie dell‘ Accademia müssen wir nicht lange anstehen. Wir verzichten auf den angebotenen Audioguide, müssen jedoch schnell feststellen, dass die Hängung aufgrund Restaurierungsarbeiten in den Räumen 12 bis 15 aktuell nicht ganz mit den Beschreibungen unseres Dumont Kunst Reiseführers übereinstimmt. Bereits 1750 schlossen sich die Maler und Bildhauer Venedigs in einer Künstlerakademie zusammen. Unter ihrem Präsidenten Giovanni Tiepolo erlangte sie sechs Jahre später die staatliche Anerkennung. Das Museum am Canal Grande umfasst drei Bauten, u.a. die einstige Kirche S. Maria della Carità, die durch die Einrichtung neuer Säle zusammengefasst wurden. Die schöne marmorinkrustierte Fassade der einstigen Scuola Grande della Carità bietet einen würdigen Eingang. Die Kunstsammlung gilt als Venedigs Äquivalent zu den Uffizien in Florenz. Kunstarbeiten aus der Gotik bis hin zum Rokoko mit Meisterwerken von Bellini, Veronese, Tintoretto oder auch Tiepolo sind in den 24 Räumen zu bewundern. Unter anderem beeindrucken Giovanni Bellinis Altarbild „Madonna mit dem Kind“, „La Tempesta“ (Das Gewitter) von Giorgione, das „Gastmahl im Hause Levi“, das Veronese ursprünglich als Abendmahl ausführen sollte –um wegen weltlicher Darstellung dem Inquisitionsgericht zu entgehen- oder auch der St. Ursula-Zyklus von Carpaccio. Und auch Tizians letztes (unvollendetes) Werk die Pietá aus dem Jahre 1576 soll nicht unerwähnt bleiben, selbiges malte er für sein eigenes Grab.

Nach dieser herausragenden Besichtigung erkunden wir weiter den Stadtteil Dorsoduro und schlendern am Ufer des Canal Grande entlang zur Landspitze. Die prächtige Kirche Santa Maria della Salute ist Venedigs wohl bekannteste Silhouette.

Salute

Der achteckige Grundriss der Kirche ist ungewöhnlich, der Erbauer Longhena wollte damit eine Art Krone für die Muttergottes bauen. Aufgrund der Mittagszeit können wir leider nur die Fassade bewundern. Auf der zur Lagune gewandten Seite schlendern wir weiter zum belebten Hafenviertel Zattere, wo es zahlreiche Cafés und Bars gibt. Ein geöffnetes Tor lässt uns für einen kurzen Augenblick in eine Gondelwerkstatt hineinschauen. Auf dem späteren Weg zum Campo Santa Margherita können wir vom Rio San Trovaso einen Blick auf die letzte noch aktive Werft Venedigs, die Squero di San Trovaso, werfen.

Der Campo Santa Margherita hinterlässt bei uns keinen nachhaltigen Eindruck. Selbstverständlich werfen wir einen Blick auf den Palazzo Foscolo aus dem 14. Jh mit seinen tiefen Dachvorsprüngen, doch als schön würden wir dieses morbide Gebäude nicht bezeichnen. Auf eine Besichtigung der Scuola Grande dei Carmini und des hierin befindlichen Tiepolo Deckengemäldes verzichten wir aufgrund der erhobenen fünf Euro Eintrittsgeld und der heute bereits bewunderten bzw. noch zu bewundernden Meisterwerken. So ist unser nächstes Ziel die Scuola Grande di San Rocco. Die bereits 1515 erbaute Schule beherbergt allein 56 Bilderzyklen Tintorettos. Großflächige Gemälde schmücken die Wände im Erdgeschoss. Über eine Prunktreppe erreicht man den gigantischen sogenannten Herbergssaal in der oberen Etage dessen Wände und Decken komplett von Tintoretto verziert wurden. Auf einigen Staffeleien sind immerhin Gemälde von Tiziano, Tiepolo und Giorgione zu bewundern.

Scuolo Grande di Rocco

Der Campo di San Rocco wird von einer eindrucksvollen Bautengruppe eingefasst. Neben der üppigen Renaissancefassade der Scuola ist ebenfalls die Fassade der Kirche San Rocco zu bewundern. Von der Innenausstattung sind insbesondere zwei großformatige Tintoretto-Wandbilder zu erwähnen, die den Chor schmücken.

Vervollständig wird der als schönster Venedigs geltender Platz von der Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari. Dem Armutsideal der Franziskaner gerecht werdend erscheint das Äußere als fast schlichter Ziegelbau aus dem 15. Jahrhundert und entspricht dem Typ einer mittelalterlichen Bettelordenskirche. Der hohe und mit 100 m Länge und bis zu 50 m Breite messende Kirchenraum benötigte eine fast 100 jährige Bauzeit und erscheint imposant. Platz genug für nicht weniger imposante Grabstätten wie beispielsweise das Grabmal Tizians. Ein Highlight ist der Pesaro-Altar den Giovanni Bellini mit einer bewundernswerten Tiefenwirkung schuf. Ein massiver steinerner Kruzifixlettner trennt das Kirchenschiff vom Gottesdienstbereich. Das kunstvoll geschnitzte Chorgestühl bot 124 Mönchen Platz. Ein weiteres Highlight ist das fast 7 m hohe Tizian-Gemälde der triumphalen Himmelfahrt Mariens (Assunta), das den Hauptaltar schmückt.

Nach einer Siesta fahren wir mit dem Vaporetto zum Markusplatz. Natürlich wollen wir es uns nicht nehmen lassen, den bekannten Aperitif „Bellini“ zu probieren. Dieser wurde anlässlich der Kunstausstellung 1938 für den Maler in Harry’s Bar kreiert und besteht aus gekühltem Fruchtmark von weißen Pfirsichen und Processo. Stilecht suchen wir dafür Harry’s Bar auf, die 1931hinter dem Markusplatz in der Calle Vallaresso direkt an der Vaporetto Station eröffnet und durch viele neue Gerichte berühmt wurde. So wurde 1950 ebenfalls das Gericht Carpaccio, bestehend aus hauchdünnen Scheiben rohen Rinderfilets und einer kalten Sauce, erfunden. Berühmte Persönlichkeiten, wie beispielsweise Ernest Hemingway, haben der Bar zu weltweitem Ruhm verholfen und weiteren internationalen Standorten. Der eher einfache Charme der Bar, die sich in zwei kleinen Räumen auf zwei Etagen befindet, lässt diese Entwicklung kaum nachvollziehen. Den Hauch dieser langjährigen Geschichte lässt man sich hier gut bezahlen, doch ein Erlebnis ist es allemal. Allerdings belassen wir es bei einem Cocktail und zahlen nicht die überhöhten Menüpreise. Auf der Suche nach einem ansprechenden Restaurant bummeln wir durch die quirligen Gassen. Am heutigen Sonntag haben einige Restaurants leider geschlossen und die besonders netten sind ausgebucht. Uns reicht heute ein einfaches Restaurant.zurück

Montag, 30.04.2012

Nach dem Frühstück machen wir uns direkt auf zum Markusplatz. Bereits eine Stunde vor deren Öffnung gibt es eine lange Warteschlange an der Basilica San Marco. Erfreulicherweise ist die Schlange vor dem Dogenpalast sehr kurz und schon nach einer Viertelstunde starten wir unsere Besichtigung.

Dogenpalast - Palazzo Ducale

Der Palazzo Ducale gilt als einmaliges Beispiel gotische Baukunst in Venedig. Zunächst betreten wir einen großen Innenhof, der ebenfalls von Arkaden und einer darüber ragenden Loggia eingefasst ist. Die großzügige Prunktreppe Scala d’Oro führt uns in die dritte Etage hinauf. Die in Kassetten geteilte Tonnenwölbung hat eine aufwändige Stukkatur. Freskenbilder werden von einer Rahmung aus 24karätigem Blattgold eingefasst. Eine Vielzahl von Sälen werden von üppigen Kassettendecken geschmückt. Künstler wie Tizian, Tintoretto und Bellini wetteiferten in der Ausschmückung des Palastes mit riesigen Wand- und Deckengemälden und Skulpturen. So verdient nicht nur der mit 54 x 25 m größte Saal, der Sala del Maggior Consiglio mit seinem 22 x 7 m großen Paradiesbild die Aufmerksamkeit des Betrachters, wobei es sich außer Frage um ein Meisterwerk des damals 70jährigen Tintorettos handelt. Durch die Plünderung im Jahre 1797 hat der Dogenpalast sein gesamtes Mobiliar verloren, doch die zahlreichen Wand- und Deckendekorationen sind allemal beeindruckend.

Der Rundgang führt ebenfalls durch die Kerkeranlage. Zunächst passieren wir durch einen dunklen Gang die Seufzerbrücke (Ponte die Sospiri) und gelangen zum Gefängnistrakt. In dem Labyrinth aus Zellen, Korridoren und Treppen fehlt uns jegliche Orientierung. Der berühmte Casanova musste hier ebenfalls büßen, allerdings gelang ihm die Flucht.

Nach Beendigung des Rundgangs stehen wir erneut im Innenhof an der imposanten Scala dei Giganti. Zwei kolossale Statuen von Mars und Neptun schmücken die breite Marmortreppe, die zur Loggia hinaufführt. Darüber erhebt sich ein geflügelter Markuslöwe.

Zunächst werfen wir noch einen Blick auf die Seufzerbrücke, ein der offensichtlich beliebtesten Fotomotive Venedigs.

Nachdem wir herausgefunden haben, welche Linie uns zur gegenüber liegenden Insel San Giorgio Maggiore bringt, fahren wir eine Station mit der Vaporetto-Linie Nr. 2. Vom Wasser aus hat man einen schönen Blick auf die Renaissancefassade des Kirche San Giorgio Maggiore. Der schlichtweiße hohe Innenraum lässt die Meisterwerke, u.a. von Tintoretto, gut zur Geltung kommen.

San Giorgio Maggiore
San Giorgio Maggiore

Bei einem Cappuccino genießen wir den Blick auf San Marco bevor wir mit dem Vaparetto zur nächsten Insel, La Guidecca, übersetzen. Hier besichtigen wir einen weiteren Kirchenbau. Als Venedig 1576 erneut von einer Pestepidemie heimgesucht wurde, gelobte die Signoria den Bau einer Kirche für den Fall einer baldigen Erlösung von der Seuche. Seitdem wir alljährlich im Juli eine Dankeswallfahrt zur Erlöserkirche veranstaltet. Der eher schlichte Innenraum von Il Redentore hat ebenfalls einige schöne wenn auch nicht ganz so meisterhafte Kunstwerke zu bieten.

Wir schlendern entlang der Mole. Auf der gegenüberliegenden Seite des Canale della Guidecca erstreckt sich das bunte Häusermeer des Stadtteils Dorsoduro. Auch Harrys Bar hat sich diesen wunderschönen Standort mit Ausblick ausgesucht und bietet im Restaurant Harrys Dolci leckere Köstlichkeiten zu überhöhten Preisen. Wir nehmen mit der kleinen Bar Palanca vorlieb und werden mit frischen Fischgerichten und einem leckeren Soave vorzüglich verwöhnt. Dabei dürfen wir dem bemerkenswerten Schauspiel zusehen, wie das riesige Kreuzfahrtschiff Costa Fascinosa mit einem Schlepper durch den Canale de Guidecca gezogen wird und dabei die Stadt zu überragen scheint.

Mit dem Vaporetto fahren wir anschließend zurück nach San Marco Anleger. Die Besucherschlange vor der Basilica San Marco scheint noch länger geworden zu sein. Natürlich haben wir keine Lust, bei dem schönen Wetter geschätzt zwei Stunden anzustehen, wo Venedig noch so viel anderes zu bieten hat.

Unser nächstes Ziel ist der oft als Filmkulisse dienende Palast Scala Contarini del Bovole aus dem 15. Jahrhundert. Es ist nicht ganz einfach, diese Villa, die in der Nähe des Campo Manin liegt, im Gewirr der engen Gassen zu finden. Bemerkenswert ist die schöne äußere Wendeltreppe, die sich über die fünf Stockwerke windet.

Palast Scala Contarini del Bovole
Palast Scala Contarini del Bovole

Ein weiteres Highlight ist die gigantische gotische Kirche Santi Giovanni de Paolo. Mit 101,5 m Länge ist es der größte Sakralbau Venedigs und beherbergt monumentale Grabmäler, u.a. von 25 Dogen. Im Gegensatz zur schlichten Backsteinfassade bietet der großzügige, hohe Innenraum viel Platz für Kunstwerke. Besonders erwähnenswert sind Gemälde von Veronese und Polyptychon von Bellini.

Campo Santi Giovanni de Paolo und Scuola Grande di San Marco
Campo Santi Giovanni de Paolo und Scuola Grande di San Marco

Am belebten Platz Campo Santi Giovanni de Paolo befindet sich ebenfalls die Scuola Grande di San Marco mit einer im Stil der Renaissance geschmückten Marmorfassade. Bemerkenswert ist die optische Täuschung einer Tiefe, die insbesondere zwei Löwen rechts und links des Eingangsportals wie aus Hallen hervortreten lassen. In daran anschließenden vormaligen Bruderschaftsbauten des Domenikanerklosters ist ein großes Krankenhaus (Ospedale Civile) untergebracht.

Am langgezogenen Gebäude des ehemaligen Convento die Domenicani vorbei erreichen wir das Ufer des Canale delle Fontamenta Nuevo. Von hier hat man einen guten Blick auf die vorgelagerte Friedhofsinsel San Michele.

Auf unserem Rückweg durch das Castello-Viertel kommen wir an der Kirche S. Maria die Miracoli vorbei. Diese kleine Kirche, die rundum mit einer Marmorfassade versehen ist, gilt als Juwel der Frührenaissance.
Mit einer Gondel lassen wir uns ans andere Canal Grande Ufer übersetzen. Nach einer kurzen Siesta machen wir uns erneut auf den Weg. Zum Abschluss unseres Venedig-Aufenthalts genießen wir ein Kammerkonzert in dem imposanten Opernhaus Teatro La Fenice. Das 1996 durch Brandstiftung zu 80 % abgebrannte Gebäude wurde originalgetreu wieder aufgebaut und im Jahre 2003 wieder eröffnet. Mit hochmoderner Theatertechnik ausgestattet bietet das Opernhaus Plaltz für rund 1.000 Zuschauer. Von einer Loge oberhalb der Bühne haben wir einen tollen Blick auf die Musiker und den Gold verzierten Saal. Ein gelungener Ausklang. Als wir das Opernhaus verlassen regnet es, da fällt der Abschied nicht ganz so schwer. zurück

 

Dienstag, 01.05.2012

Nach einem letzten Frühstück machen wir uns samt Gepäck auf den Heimweg. Erfreulicherweise dürfen wir auf unserer letzten Vaporetto-Fahrt zum Parkhaus in Tronchetto die Sonne, so dass wir noch einmal die Fahrt auf dem Canal Grande genießen können. Erfreulicherweise nehmen wir unser Auto ohne Kratzer (den Schlüssel mussten wir zum Umparken im Auto lassen) in Empfang. Um die Rückfahrt etwas zu entspannen legen wir einen Zwischenstopp in Innsbruck ein. Hier bummeln wir durch die Altstadt und genießen beim Mittagessen das bunte Treiben um uns herum.
Auch die zweite Hälfte der Fahrt verläuft stressfrei. Ein Grund mehr, bald wieder einmal einen Venedig-Besuch – dann vielleicht etwas länger – einzuplanen.zurück



Man glaubt sich in eine andere Welt versetzt, wenn man über die künstliche Nabelschnur des Damms, die Venedig mit dem Festland verbindet, die Lagunenstadt erreicht. Unesco Weltkulturerbe

Venedig (ital. Venezia) liegt an der Adriaküste im Nordosten Italiens und ist die Hauptstadt der Region Venetien. Mit seinen Inseln und Kanälen ist die Lagunenstadt ein weltweit einzigartiges städtebauliches Gesamtkunstwerk. Hier trifft man in einer Konzentration wie sonst kaum anderswo auf Kirchen, Klöster, Paläste, Museen und Theater, die ungezählte Kunstschätze von Tizian, Veronese, Tintoretto, Tiepolo, Canaletto und anderen Künstlern der Renaissance und des Barock bergen. Ihre Kirchen und Paläste ruhen auf Millionen von Holzpfählen, statt Straßen gibt es über 150 Kanäle, über die mehr als 400 Brücken führen. Venedig und seine Lagune stehen seit 1987 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Das Stadtgebiet erstreckt sich auf 118 Inseln und macht Venedig zu einem Labyrinth. Wie ein Gewirr an Gassen und Kanälen erlebt man die Stadt, wenn man sich ein wenig abseits der Hauptpfade bewegt. Immer wieder tauchen wie aus dem Nichts kleine Plätze, reich verzierte Paläste oder auch Kirchenfassaden auf, die im Reiseführer nicht näher erwähnt werden. Jährlichen tummeln sich etwas zehn bis vierzehn Millionen Touristen in der etwa 60.000 Einwohner zählenden Lagunenstadt.zurück