Südwestaustralien

Mit dem Wohnmobil durch Südwestaustralien

Reiseeindrücke Dezember 2017

Rundreise Landesinnere/Südküste ab/bis Perth
10.12.2017   Perth
11.12.2017   York - Kokerbin Nature Reserve - Hyden
12.12.2017   Hyden / Wave Rock - Lake Magic - Golden Pipepine Heritage Trail
13.12.2017   Kalgoorlie-Boulder
14.12.2017   Karlkurla Bushland Park - Kambalda - Lake Lefroy - Esperance
15.12.2017   Cape le Grand Nationalpark
16.12.2017   Cape le Grand Nationalpark - Esperance - Great Ocean Drive Hopetoun
17.12.2017   Fitzgerald River Nationalpark - Stirling Range Nationalpark
18.12.2017   Porongurup Nationalpark - Albany
19.12.2017   Torndirrup NP - Wilson Bay NP - Walpole
20.12.2017   Walpole-Nornalup NP -  D‘Entrecasteaux NP - Windy Harbour
21.12.2017   Warren NP - Beedelup NP - Cape Leeuwin - Margaret River
22.12.2017   Leeuwin-Naturaliste NP - Margaret River - Busselton - Yalgorup NP
Westküste ab/bis Perth
23.12.2017   Fremantle - Perth - Yanchep NP - Lancellin
24.12.2017   Nambung NP / Pinnacles - Cervantes - Jurien Bay - Dongara
25.12.2017   Geraldton - Hutt River Lagoon - Kalbarri NP
26.12.2017   Kalbarri NP - Hamelin Pool Marine Nature Reserve
27.12.2017   Shark Bay Marine Park - Denham - Francis Peron NP
28.12.2017   Monkey Mia - Drummond Cove / Geraldton
29.12.2017   Green Head - Swan River Valley
30.12.2017   John Forest NP - Perth
31.12.2017   Perth

 

Sonntag, 10.12.2017 Perth

Nach einem achtzehnstündigen Flug inklusive einer verspätungsbedingten fast zu kurz bemessenen Umsteigezeit in Singapur erreichen wir mittags Perth. Erfreulicherweise hat mit uns auch unser Gepäck den roten Kontinent erreicht.

Mit dem Taxi lassen wir uns zur Maui Mietwagenstation fahren, wo das vorgebuchte Wohnmobil bereit steht. Unerfahren wie wir bislang im Umgang mit Wohnmobilen dieser Größenordnung sind, dauert die Einweisung etwas länger. An die Ausmaße des Mercedes Sprinters in Langversion müssen wir uns erst noch gewöhnen und sind dankbar, dass das Fahrzeug ein Automatikgetriebe hat.

Wir lassen uns noch einen sonntags geöffneten Supermarkt empfehlen, um dort eine erste Grundausstattung für die dreiwöchige Wohnmobil-Tour zu erwerben.

Anschließend steuern wir den in der Nähe der Sunset Coast gelegenen Caravan Park Karrinyup Waters Resort an. Nachdem wir uns kurz mit den Fazilitäten vertraut gemacht haben fahren wir zum Sonnenuntergang an die Sunset Coast. Am heutigen Sonntag hat es viele Einheimische an die Sandstrände gezogen. Der Sorrento Quay Boardwalk erinnert ein wenig an San Francisco's Fisherman's Wharf  oder die Victoria und Alfred Waterfront in Kapstadt. Allerdings gibt es keine Restaurants mit Terrasse und Meerblick. So steuern wir ein italienisches Restaurant an, das uns schon auf der Hinfahrt aufgefallen war und genießen pünktlich zum wolkenfreien Sonnenuntergang Wein, Pizza und Pasta. zurueck

 

Montag, 11.12.2017 York - Kokerbin Nature Reserve - Hyden

Die Zeitverschiebung macht uns zu Frühaufstehern! Dafür müssen wir uns beim Verlassen der Stadt durch den Berufsverkehr kämpfen. Wir hätten nicht gedacht, dass wir in Australien an Stuttgarter Verkehrszustände erinnert würden.

Nachdem wir Perth hinter uns gelassen haben fahren wir zunächst an den grünen Eukalyptus-Bäumen des John Forrest Nationalparks vorbei. Später wird die Landschaft offener und riesige Getreidefelder erstrecken sich rechts und links der Straße, soweit das Auge reicht.

York
York

Auf dem Weg nach Hyden legen wir einen Stopp im kleinen Städtchen York (ca. 2.000 Einwohner) ein. Laut Reiseführer ist die 1831 gegründete Stadt die älteste Inlandssiedlung Westaustraliens. Liebevoll restaurierte Häuser säumen die Hauptstraße. Eine besondere Attraktion bietet das Motor Museum, das wirklich einige Schmuckstücke wie den ältesten VW Käfer Australiens (von 1946) und eine BMW Isetta der „Landespolizei“ aufweist. Das älteste Fahrzeug stammt aus dem Jahre 1901.

York Automuseum

Fast alle Fahrzeuge sind fahrbereit und werden einmal jährlich auch auf der Straße vorgeführt. Für so einen kleinen Ort eine wirklich tolle Sammlung.

Einer Empfehlung der engagierten Museumsangestellten folgend machen wir einen Abstecher nach Kwolyn bzw. zum Kokerbin Nature Reserve.

Der Kokerbin Rock ist mit 122 m Höhe und einem Ausmaß von 9 ha der drittgrößte Monolith in Australien (nach Uluru - Ayers Rock im Northern Territory und Mount Wudinna in Süd-Australien).

Kokerbin Rock
Kokerbin Nature Reserve - Kokerbin Rock

Leider zieht sich der Himmel zu und es fängt an zu regnen als wir die zerklüftete Felsformation erreichen. So legen wir kurzerhand eine Siesta ein und können eine halbe Stunde später bei teilweisem Sonnenschein den Gipfel erklimmen. Der etwa ein Kilometer lange Aufstieg startet bei „historic well“, einem zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Hand ausgehobenen etwa 20 m tiefen Brunnen, in dem das Regenwasser aufgefangen wurde. Riesige Felsbrocken ragen wie zufällig verstreut aus der ansonsten eher glatten Oberfläche. An den Rändern wurden farbenfrohe Höhlenformationen ausgespült.

Kokerbin Rock

Ein wenig erinnert uns die Formation an den Ayers Rock in klein. Von oben hat man einen grandiosen Rundumblick. Die von der Sonne angestrahlten riesigen Weizenfelder leuchten goldgelb, während sich auf der gegenüberliegenden Seite dunkle Wolken zusammenbrauen. Auch wenn dieser Zwischenstopp unsere Zeitplanung durcheinandergebracht hat, möchten wir dieses tolle Naturerlebnis nicht missen.

Shackleton
Shackleton

Auf der Weiterfahrt passieren wir die kleine Stadt Shackleton, die durch ungewöhnliche "Schrott"-Präsentation auf sich aufmerksam macht. Warum die Stadt nach dem Antarktisforscher Sir Ernest Shackleton benannt wurde, erschließt sich uns nicht. Erwähnenswert ist die Bankwest Filiale, die von sich behauptet, die kleinste Bank der Welt zu sein. Das Gebäude misst 3 x 4 m, wurde aber 1997 geschlossen.

Telefonisch reservieren wir im Wave Rock Caravan Park einen Stellplatz. Diesen erreichen wir erst eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang gegen acht Uhr und sind froh, in der „Late Arrival Box“ einen Umschlag mit unserem Namen und den benötigten Platzinformationen zu finden. Anschließend wird unsere „Küche“ eingeweiht und wir lassen den Abend mit Pasta und Wein ausklingen.zurueck

 

Dienstag, 12.12.2017 Hyden / Wave Rock - Lake Magic - Golden Pipepine Heritage Trail

Der Caravan Park liegt direkt am Wave Rock, einer spektakulären etwa 110m langen Felswand, die durch Erosion die Form einer versteinerten Welle angenommen hat.

Hyden Wave rock

Die Felswand ist Teil des Hyden Rock Granitbergs, dessen drei miteinander verbundenen Kuppen an der höchsten Stelle lediglich eine Höhe von 60 m erreichen und eher unscheinbar wirken. Am Rande des Bergs haben sich einige Felsformationen gebildet, wie beispielsweise "Hippo‘s Yawn", die mit etwas Fantasie tatsächlich an ein gähnendes Flusspferd erinnert. Über einen gut ausgebauten Weg lässt sich der Granitberg erklimmen. Oben erschließt sich erneut ein toller Rundumblick. Es gibt einen kleinen Stausee, der vom Regenwasser gespeist wird. Ein paar grüne Bauminseln und einzelne Sträucherzieren den kargen Fels. Kleine ausgespülte Vertiefungen sind moosbewachsen und verwandeln sich bei Regen zu Wasserlöchern. In der Ferne leuchtet türkisblau das Wasser des Salzsees Lake Magic. Einen zusätzlichen Kontrast bilden weiße Salzfelder, die sich rund um den See erstrecken.

Lake Magic
Lake Magic

Der Ausblick hat uns zu einer näheren Erkundung des Salzsees inspiriert. Wir fahren durch eine skurril anmutende, ausgedörrte Landschaft, aus der abgestorbene Bäume herausragen. Der Boden ist zum Teil salzverkrustet und leuchtet schneeweiß. Der Lake Magic wird idyllisch von weißem Sand eingerahmt.

Bedauerlicherweise ist unser Wohnmobil nicht offroad-tauglich und das Fahren auf ungeteerten Strecken ist nur in Ausnahmefällen wie der Zufahrt zu einem Caravan Park gestattet. So können wir leider nicht den etwa 300 Kilometer langen, vermeintlich landschaftlich schönen Granite and Woodlands Discovery Trail, der Hyden mit Norseman verbindet, fahren. Stattdessen müssen wir sogar einen Teil der Strecke wieder zurückfahren, um auf den Great Eastern Highway zu gelangen. Nur wenige kleine Ortschaften durchfahren wir auf der Fahrt durch den westaustralischen Weizengürtel.

Weizengürtel

Stattdessen prägen endlose goldgelb leuchtende Weizenfelder das Landschaftsbild. Große Getreidesilos stehen zum Teil direkt auf den Feldern. Auch die Traktoren und Mähdrescher sind verglichen mit deutschen Verhältnissen überdimensioniert. Ebenso die riesigen Kornspeicher mit hundert Meter langen Lagerhallen.

1892 begann mit einem Goldfund im heutigen Coolgardie der Goldrausch in dieser Region. Doch in dieser trockenen Region war Wassermangel ein großes Problem. Vorübergehend konnten Wasserentsalzungsanlagen durch Aufbereitung des Wassers einiger nah gelegener Salzseen den Bedarf notdürftig decken. 1903 wurde dann eine 566 km lange Pipeline angelegt, die über Pumpstationen Wasser von Perth in den Osten transportiert und dabei 400 Höhenmeter überwinden muss. Dieses technische Meisterwerk ist noch heute in Betrieb und die über der Erde angelegten Rohrleitungen verlaufen entlang des Golden Pipeline Heritage Trail zum Teil kilometerlang parallel zum Great Eastern Highway.

Golden Pipeline Heritage Trail

Der Highway der Perth mit Kalgoorlie-Boulder verbindet ist gut ausgebaut. Dennoch ist die Fahrt mit dem windanfälligen Sprinter auf langen Strecken nicht wirklich ein Vergnügen und man kommt nicht so schnell voran wie mit einem normalen Pkw. Zwar liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 110 km/h, doch wir fühlen uns bei etwa der 95 km/h wohler.

Des Fahrens überdrüssig entscheiden wir uns, einen Campingplatz entlang des Highways anzusteuern. Das  Wohnmobil ist mit einem TomTom Navi inkl. einer Camper Software ausgestattet. Hierüber finden wir einen idyllisch gelegenen Campingplatz. Die Zufahrt zum Karalee & Boondi Campsite erfolgt über eine drei Kilometer lange Schotterpiste. Mit einem etwas mulmigen Gefühl stellen wir fest, dass wir den Platz ganz für uns alleine haben. Wir machen uns mit dem Gasgrill vertraut und zaubern ein delikates Abendessen. Eine leichte Wolkendecke hat uns einen schönen roten Abendhimmel zum Sonnenuntergang beschert, dafür müssen wir auf den klaren Sternenhimmel verzichten.zurueck

Mittwoch, 13.12.2017 Goldfields-Esperance - Kalgoorlie-Boulder

Wir folgen dem Golden Pipeline Heritage Trail weitere 120 km. Bald erreichen wir die Region Goldfields-Esperance und passieren Coolgardie. Die heute eher an einer Geisterstadt erinnernde Kleinstadt (800 Einwohner) war Ende des 19. Jahrhunderts mit 15.000 Einwohnern (nach Perth und Fremantle) die drittgrößte Stadt in Western Australia. Das Zentrum der Goldregion ist heute Kalgoorlie-Boulder (etwa 32.000 Einwohner).

In Kalgoorlie-Boulder fahren wir direkt ins Stadtzentrum in die belebten Hannah Street. In der Touristeninfo erkundigen wir uns nach den Sprengzeiten in der Mine und  lassen uns einen stadtnahen Campingplatz empfehlen.

Kalgoorlie-Boulder

Die Hannah Street wird von gut renovierten Häusern aus der Gründerzeit gesäumt. Lohnenswert ist ein Aufstieg auf den rot leuchtenden Förderturm des WA Museums, von dem man einen ersten Eindruck von der durch Goldminen geprägten Landschaft erhält.

Eine schöne Aussicht auf die Tagebauminen bietet auch der Mount Charlotte. Hier endet auch die von Perth kommende 569 Kilometer lange Pipeline in einem Wasserreservoir.

Kalgoorlie_SuperPit
Kalgoorlie Super Pit Lookout

Vom Goldfield Highway geht eine Stichstraße ab zum Super Pit Lookout. Man blickt auf ein gigantisches Tagebauloch, das aktuell 3,2 km lang, 1,3 km breit und 330 m tief ist. Täglich finden Sprengungen statt. Die für 13 h angesetzte Sprengung wurde heute leider auf den späten Nachmittag verschoben. Doch auch ohne sie ist es ein beeindruckendes Erlebnis. Die freigelegten, terrassenförmigen Wände sind äußerst farbenfroh. Einen weiteren Kontrast bietet der grün leuchtende Grundwassersee. Auf in Serpentinen angelegten Fahrstrecken fahren die riesigen Kipplaster das freigelegte Gestein aus der Grube. Besichtigen kann man die Grube auf einer zweieinhalb Stunden dauernden Bustour, die für 70 AUD angeboten wird. Teilnehmer berichten uns, dass man fast ausschließlich im Bus sitzt, womit wir uns gegen die Tour entscheiden.

Hannahs North Tourist Mine
Hannahs North Tourist Mine

Begeistert sind wir von Hannahs North Tourist Mine. In dem Freilichtmuseum erfährt man viel über die Geschichte des Goldabbaus. Ein besonderes Highlight ist ein Original Kipplaster, wie er in der Grube noch heute eingesetzt wird. Die Dimensionen des 6,4 m hohen und 13,58m langen Lkw kann man hautnah erkunden.

Hannahs North Tourist Mine Kipplaster

Allein die Reifen sind 3,41 m hoch und der Tank fast 3.800 Liter. 4,4 Millionen Dollar kostet ein solches 166 Tonnen (unbeladen) schweres Monstrum, von denen in der Mine 33 Stück im Einsatz sind.

Nun checken wir erst einmal im Prospector Holiday Park ein. Auf der anschließenden Suche nach einem Café fahren wir in die historische Burt Street und müssen feststellen, dass um 16 h alle Geschäfte bereits geschlossenen sind.

Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, erneut zum Super Pit Lookout zu fahren, um die Sprengung zu erleben. Die Kipplaster fahren aus der Grube und werden, nachdem sie die Gesteinsladung abgekippt haben, auf einem Platz oberhalb der Mine geparkt. Nun folgen noch weitere Pickups und nach einem kurzen Signal erfolgt die Sprengung, die wir uns ehrlicherweise etwas spektakulärer vorgestellt hatten. Da die Stelle der Sprengung vom Lookout nicht einsichtig ist, sieht man lediglich etwas Rauch aufsteigen.

Die Restaurantauswahl ist in Kalgoorlie-Boulder nicht besonders groß. So nehmen wir mit einer Burger Bar eines Hotels vorlieb. Von der Terrasse im ersten Stock haben wir einen schönen Blick auf die Hannah Street und genießen den Abendhimmel.

Der Himmel ist heute zwar wolkenfrei, doch auf dem Campingplatz gibt es zu viele Lichtquellen, um den Sternenhimmel in voller Pracht zu erleben. Leider waren die bisherigen Campingplätze nur zweckmäßig ausgestattet und bieten nicht viel Wohlfühl-Atmosphäre.zurueck

Donnerstag. 14.12.2017 Karlkurla Bushland Park - Kambalda - Lake Lefroy - Esperance

Heute verlassen wir die Goldregion, um an die Südküste (etwa 400 km) zu fahren. Bevor wir die Fahrt antreten besuchen wir noch den Stadt nah gelegenen Karlkurla Bushland Park. Auf gut ausgebauten Wegen erfährt man eine Menge über die hiesige Natur. Schön ist der Rundblick von einer Aussichtsplattform.

Karlkurla Bushland Park
Karlkurla Bushland Park

Bei Kambalda lohnt sich ein Abstecher zum Red Hill Lookout. Ein 1.700 m langer Rundweg bietet fantastische Blicke auf den 510 qkm großen Salzsee Lake Lefroy. Rote Erde, eine grüne Buschlandschaft und ein blauer Himmel kontrastieren mit dem schneeweiß leuchtenden Salzsee.

Lake Lefroy
Lake Lefroy

Nicht verpassen sollte man den kurzen Stopp am Roadhouse in Widgiemooltha. Hier wurde der größte Goldnugget der Region gefunden. Eine Nachbildung des mit 1.136 Unzen wirklich großen Goldstücks lässt sich hier bewundern. 

Kurz vor Norseman lohnt sich ein kurzer Abstecher auf den Scenic Drive (Pritchard Drive). Der schön angelegte kurze Woodlands Trail gibt einen Einblick in die Natur.

Wieder einmal gilt: Der Weg ist das Ziel. Der Esperance Highway führt auf zum Teil endlos wirkenden Geraden durch die Woodlands. Bäume rahmen die Straße ein und behindern die Weitsicht rechts und links der Straße. Der sture Geradeausblick hat beinahe etwas Hypnotisches, so dass man aufpassen muss, dass die Konzentration nicht nachlässt.

Respekt einflößend kommen uns hin und wieder über 50 m lange sogenannte Road trains entgegen. Doch die meiste Zeit ist kein anderes Fahrzeug in Sicht. Später ändert sich das Landschaftsbild und erneut kommen wir an riesigen Getreidefeldern vorbei.

Die ersten Kuh- und Schafherden tauchen auf. Am späten Nachmittag erreichen wir Esperance und fahren weiter zum Cape le Grand Nationalpark. Leider geht unser Plan nicht auf, an der Lucky Bay im Nationalpark zu campen. Bislang von Engpässen weit entfernt, sind wir umso überraschter, am Parkeingang ein „no camping vacancies“-Schild zu sehen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als nach Esperance zurückzufahren, wo wir problemlos einen Campingplatz finden. Der Bathers Paradise Caravan Park liegt nur wenige Meter vom Castletown Quays Beach entfernt. Die Sonne geht wenig spektakulär hinter einer Baumkette unter.zurueck

Freitag, 16.12.2017 Cape le Grand Nationalpark

Schon früh machen wir uns erneut auf den Weg zum Cape le Grand Nationalpark. Auf der Zufahrt kann man eine 1:1 Nachbildung von Stonehenge (GB) sehen. Diese ist so errichtet, dass jeweils am Morgen der Sonnenwende (21. Dezember bzw. 21. Juni) die Sonnenstrahlen auf den Altarstein fallen.

Cape le grand Nationalpark - Frenchman Cap

Im Park steuern wir zunächst den 262 m hohen Frenchman Peak an. Der Aufstieg erfordert Trittsicherheit. Auf dem Gipfel wird man von einem wundervollen Rundblick belohnt. Weitere Granitfelsen ragen aus der grünen Buschlandschaft. In der Ferne sieht man einige schöne Küstenlinien und viele kleine vorgelagerte Felseninseln.

Anschließend fahren wir direkt  zur Lucky Bay. Wir haben heute mehr Glück und ergattern gegen 11 h noch einen der wenigen freien Stellplätze. Die Küstenlandschaft ist atemberaubend. Schneeweiß leuchtet der Sand und lässt das Wasser türkisblau erstrahlen. Granitfelsen rahmen die Bucht ein. Vorgelagert liegen einige kleine Felsinseln im Wasser.

Cape le grand Nationalpark - Lucky Bay
Lucky Bay

Der Gesamteindruck wird allerdings durch die 4WD-Fahrzeuge, die über den Strand fahren bzw. auf dem Strand stehen dürfen, etwas getrübt.

Um die Umgebung zu erkunden wandern wir etwa zwei Kilometer nach Thistle Cove und genießen auf dem Weg wunderschöne Landschaftsblicke.

Die kleine Bucht haben wir ganz für uns und nehmen diese in unsere private Kategorie der Lieblingsplätze auf. Einzelne Felsbrocken liegen im Wasser. Der schneeweiße Sandstrand ist unberührt und kontrastiert wunderschön mit dem türkis leuchtendem Wasser. Auf dem Rückweg hüpfen einige Kängurus über den Weg und mustern uns ebenso neugierig wie wir diese.

Cape le grand Nationalpark - Thistle Cove
Thisle Cove

Insbesondere die Lucky Bay scheint auch bei Kängurus sehr beliebt zu sein. Auf dem Campingplatz konnten wir bereits ein Muttertier mit Nachwuchs auf der Suche nach abwechslungsreicher Nahrung beobachten. Eine Box mit Müsli wurde kurzerhand auf den Boden geworfen und anschließend geplündert. Am Strand der Lucky Bay treffen wir erneut auf Kängurus.

Nach der wunderschönen Wanderung genießen noch etwas den Strand. Bedingt durch einen kontinuierlichen Wind wird es allerdings schon bald empfindlich kalt. Später wandern wir am Strand entlang. Der weiße Sand hat eine besondere Konsistenz und quietscht unter den Sohlen. Eine Känguru-Mutter ist ebenfalls am Strand und putzt ihren im Beutel befindlichen Nachwuchs.

Känguru

Aufgrund der inzwischen aufgezogenen Wolken kühlt es ab. Beim Abendessen besucht uns ein Känguru, das wir gerade noch davon abhalten können, ins Wohnmobil zu hüpfen.zurueck

Samstag, 16.12.2017 Cape le Grand Nationalpark - Esperance - Great Ocean Drive Hopetoun

Eine sechs Kilometer lange unbefestigte Straße führt zur Rossiter Bay. Wir folgen ein wenig dem Weg auf den Mississippi Hill und können die von Granitfelsen eingerahmte weitläufige Bucht überblicken. Der Strand ist zum großen Teil von getrocknetem Seetang überzogen und lädt nicht zum Sonnenbaden ein.

Cape le grand Nationalpark - Rossiter Bay
Rossiter Bay

Zum Abschluss unseres Nationalparkbesuchs legen wir einen Stopp an der Little Hellfire Bay ein. Diese ist über einen kurzen Weg vom Parkplatz aus zu erreichen und erinnert stark an Thistle Cove. Allerdings ist diese traumhafte kleine Bucht nicht ganz so einsam.

Little Hellfire Bay
Little Hellfire Bay

Nachdem wir in Esperance die Voräte aufgefüllt haben folgen wir dem 40 km langen Great Ocean Drive. Vom Rotary Lookout hat man einen ersten Ausblick. Ein Traumstrand mit schneeweißem Sand und türkisfarbenem Wasser reiht sich an den anderen.

Great Ocean Drive - Esperance

Eine wundervolle, allerdings heute auch sehr windige Küstenlandschaft. Am Ende der Rundfahrt erreichen wir den Pink Lake. Leider eine Enttäuschung. Der See macht seinem Namen angeblich alle Ehre, wenn es sehr heiß ist und die Sonne diesen hell anstrahlt - bei unserem Besuch war das offensichtlich nicht der Fall.

Nun heißt es auf dem South Coast Highway Strecke machen. Wir kommen gut voran und nehmen bei Nurragi die Jerdacuttup Road nach Hopetoun. Die 300 Einwohner Ortschaft ist insbesondere zur hiesigen Walsaison (Juni bis Oktober) sehr beliebt, aber gleichzeitig auch das Tor zum Fitzgerald River Nationalpark. Der Caravan Park befindet sich direkt am Strand. Das Baden beschränkt sich angesichts der Temperaturen nur auf die Füße, aber der weiche weiße Sand lädt zum Verweilen ein. Leider ziehen immer mehr Wolken auf, so dass wir uns erneut vergeblich auf einen schönen Sonnenuntergang und tollen Sternenhimmel gefreut haben.zurueck

 

Sonntag, 17.12.2017 Fitzgerald River Nationalpark - Stirling Range Nationalpark

Die Bewölkung hat leider weiter zugenommen, was uns aber nicht davon abhält, den Nationalpark zu erkunden. Die Zufahrt liegt nur wenige Kilometer von Hopetoun entfernt. Eine Zufahrtsstraße ist gesperrt. Im Februar gab es nach extrem starken Regenfällen Überschwemmungen, wodurch auch Hauptzufahrtsstraßen und Brücken zerstört wurden.

Fitzgerald River Nationalpark

Gleich am Anfang des Nationalparks liegt Culham Inlet, ein Meeresarm, der durch eine Düne vom Ozean abgeschnitten ist und von zwei Salzwasser-Flüssen gespeist wird. Die schöne Vogelwelt lässt sich von einer Beobachtungshütte erkunden.

UNESCO WeltnaturerbeFitzgerald River Nationalpark - Königs-HakeaDer auf den ersten Blick wie grünes Buschland wirkende Park hat mit etwa 1.800 Pflanzenarten eine besondere Flora zu bieten und steht als Biosphären-Reservat unter dem Schutz  der UNESCO. Besonders reizvoll soll diese im Frühling sein, doch auch jetzt gibt es einige Blüten zu bewundern. Besonders interessant ist die Königs-Hakea. Von weitem erinnern die bis zu 2,5 m hohen Pflanzen an Kakteen. Von nahem erinnern die zum Teil gelb, orange und rot gefärbten Blätter eher an ein Kohlgewächs.

Drei bis zu 450 m hohe Berge erheben sich aus dem grünen Teppich. Der Park hat eine schöne Küstenszenerie mit weißen, von schroffen Felsen eingerahmten Stränden zu bieten. Von einem Aussichtspunkt am Cave Point kann man die ausgespülte Höhle nur erahnen. Reizvoll ist der Hamersley Inlet, der gelegentlich von Meer gespeist wird. Am Ufer stehen einige skurril wirkende Baumskelette. 

Den schönen Eindruck hätten wir gerne bei besserem Wetter und kleinen Wanderungen vertieft.

Wohnmobile können nur einen kleinen an der Küste gelegenen Teil des Fitzgerald River Nationalparks befahren, da die Straßen ansonsten unbefestigt sind. So bleibt uns nichts anderes übrig, als zurück nach Hopetoun zu fahren. Über Ravensthorpe erreichen wir erneut den South Coast Highway. Dieser verläuft am Rande des Nationalparks, so dass uns die grüne Buschlandschaft noch länger begleitet. Später kommen wir erneut an riesigen Getreidefeldern vorbei. Bei Jerramungup verlassen wir den Highway. Ab und an gibt es Warn-Schilder, die auf Malleefowls hinweisen. Hier handelt es sich um das sogenannte Thermometerhuhn. Dieses 60 cm große Huhn ist zwar nicht besonders schön, hat sich aber ein außergewöhnliches Nistverhalten angeeignet. Anstelle eines Nestes bauen Malleefowls eine Art Brutkasten - einen bis zu 1,5 m hohen Komposthaufen. Nach drei- bis viermonatiger Bauzeit legt das Weibchen bis zu 30 Eier in den Kompost. Nun ist es Aufgabe des Hahns, die durch gärenden Kompost beeinflußte Temperatur mittels zu- und abdecken mit Material bei 33 Grad Celsius zu halten. Als Thermometer dient der Schnabel.

In Ongerup gibt es ein Besucherzentrum, das sich diesem vom Aussterben bedrohten Vogel widmet, sonntags hat dieses aber leider nicht geöffnet.

Stirling Range Nationalpark

Westaustraliens höchste Gipfel bietet der Stirling Range Nationalpark, die Bergkette erstreckt sich über 65 km. Bei der Anfahrt haben wir einen schönen Blick auf die Bergkette, über der dunkle Wolken aufziehen. Davor leuchten von der Sonne angestrahlt goldgelb die Felder.

Der Stirling Range Retreat Campingplatz liegt gegenüber der Zufahrt zum Bluff Knoll, dem mit 1.078 m Höhe höchsten Gipfel der Bergformation.

Stirling Range Nationalpark

Nachdem wir eingecheckt haben genießen wir im Café Bluff erst einmal einen Cappuccino und warten einen Regenschauer ab. Schon bald scheint wieder die Sonne und am Bergmassiv bildet sich ein Regenbogen. Auf dem Campingplatz gibt es einige angelegte Naturpfade. Zu dieser Jahreszeit gibt es aber nicht viele Blüten zu sehen und die hier vorkommenden Orchideenarten sehen wir uns nur auf Fotos an.

Abends kühlt es stark ab und ein heftiger Wind zieht auf, so dass wir den Abend im geheizten Wohnmobil verbringen.zurueck


Montag, 18.12.2017 Stirling Range Nationalpark - Porongurup Nationalpark - Albany

Die Wettervorhersage bestätigt sich leider und wir werden vom Regen geweckt. Von der Stirling Range ist nicht viel zu sehen. Dunkle Wolken überziehen die Gipfel. Der Nationalpark erschließt sich einem nur auf Wanderungen, für die das Wetter definitiv zu schlecht ist. So folgen wir nur der Straße, die den Park durchquert.

Nach wenigen Kilometern erreichen wir die 12 Kilometer lange Porongurup Bergkette. Im Porongurup Nationalpark angekommen ist zunächst noch keine Wetterbesserung in Sicht. So fahren wir zunächst weiter nach Mt. Barker. Abgesehen von einer gut sortierten Country Bakery und dem heute geschlossenen Polizeimuseum können wir der Kleinstadt allerdings nichts abgewinnen.

Erfreulicherweise hat sich der Himmel inzwischen etwas aufgehellt. So steuern wir den kleinen Porongurup Nationalpark an. Die nur 12 km lange und knapp 700 m hohe Bergkette scheint zwar auf den ersten Blick weniger spektakulär als der Stirling Range Nationalpark. Doch der Schein trügt! Die Porongurup Bergkette besteht aus 1,184 Mrd. Jahre altem Granit. Man nimmt an, dass der Granit aus einem geschmolzenen Teil der australischen Kontinentalplatte entstand, die unter hohem Druck in der Erdkruste abgekühlt ist. Unvorstellbar, aber die Granitberge der Porongurup Range waren während des Eozän, als der Meeresspiegel über 100 m höher lag als heute, Inseln in einem Meer, das im Norden bis zur Stirling Range reichte.

Porongurup Nationalpark

Der erste Stopp gilt dem Tree-in-the-Rock. Ein kurzer Weg führt an großen Karri-Bäumen vorbei in den dichten, grünen Urwald hinein. Namensgebend ist ein Karri-Baum, der aus einem riesigen Granitfelsen herausgewachsen ist.

Immerhin ist es trocken, als wir dem 2,2 km langen Castle Rock Walk (kein Rundweg) folgen. Der zunächst gut ausgebaute Weg führt durch den moosbewachsenen, dichten Karri-Wald. Später wird der Weg recht schmal und unsere Kleidung allein durch die vom Regen nassen Sträucher durchnässt. Ziel ist ein auf 700 m Höhe gelegenes Felsplateau. Oben angekommen erwarten uns riesige, markante Granitkugeln, die aus der Landschaft herausragen. Besonders bemerkenswert ist der Balancing Rock, der mit 6,4 m Höhe und 16 m Umfang mit eine Auflagefläche von nur 1,2 qm auf einem größeren Felsen balanciert.

Porongurup Nationalpark - balanced Rock

Am Castle Rock angekommen hat man (selbst bei bewölktem Himmel) einen schönen Ausblick über den Karri-Wald und die herausragenden Granitfelsen. Einen weiteren tollen Ausblick bietet der Granite Sky Walk. Der Aufstieg erfordert allerdings etwas Klettergeschick, bevor man die sieben Meter lange Leiter erreicht. Für den Ausblick lohnt sich diese Anstrengung allemal. Oben hat man einen fantastischen Rundblick - auch wenn am heutigen Tag die Weitsicht fehlt.

Nach dieser schönen zweistündigen Wanderung fahren wir zum Castle Rock Weingut zu einer Weinprobe. Das für uns bisher unbekannte Weingebiet hat Weine in vorzüglicher Qualität zu bieten. Die Rieslinge erreichen zwar nicht das Niveau, dass wir aus Deutschland kennen, sind aber dennoch ganz passabel. Besonders gut gefällt uns der ausdrucksstarke Shiraz. Eine gute Gelegenheit, um unsere Weinvorräte für die nächsten Tage aufzufüllen.

Nun geht es weiter in Richtung Albany. Inzwischen hat sich das Wetter gebessert. So machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Two Peoples Bay Nature Reserve. Hier genießen wir bei Sonne erneut traumhafte kleine Strandbuchten mit schroffen Felsbrocken und weißem Sand.

Two Peoples Bay Nature Reserve

In Albany steuern wir den Caravan Park am Emu Point an. Abends fahren wir ins Stadtzentrum und gehen Pizza essen. Als wir das Lokal verlassen regnet es bereits wieder in Strömen.zurueck

Dienstag, 19.12.2017 Torndirrup NP - Wilson Bay NP -  Valley of the Giants Road  - Walpole

Der Regen hat die ganze Nacht angehalten und am Morgen ist es noch immer bewölkt. Wir fahren in den Torndirrup Nationalpark und besichtigen erst einmal die historische Walstation. Bis 1978 wurde hier Walfang betrieben. Ein Museumsbesuch ist (trotz der hohen Eintrittsgelder) sehr lohnenswert. Beispielsweise ist ein Walfangschiff zu besichtigen und man bekommt einen guten Einblick in das harte Walfängerleben.

Torndirrup - Walfänger
Walfangschiff

Zu dem Museum gehört ebenfalls ein kleiner Wildpark. Dieser ist sicherlich nicht der spektakulärste Park, aber immerhin gibt es weiße Kängurus, Possums, Wombats und ändere Beuteltiere zu sehen und sogar einen Koala-Bären.

Im Torndirrup Nationalpark gefallen uns besonders die spektakulären Felsformationen The Gap & Natural Bridge. The Gap ist eine 40 m tiefe Felsspalte in den Klippen. Kraftvoll wird die Gischt von den heranbrausenden Wellen hochgespritzt. Beinahe ebenso beeindruckend ist die Aussichtsplattform, die man hier errichtet hat. Ganz in der Nähe spannt sich eine natürliche Felsbrücke über dem Meer. Einen weiteren Stopp legen wir am Blowhole ein. Bei hohem Wellengang spritzt das Wasser der herantosenden Wellen durch ein schmales Felsloch nach oben.

Torndirrup Nationalpark - Natural Bridgea
Natural Brigde

Kurz hinter dem kleinen Städtchen Denmark biegen wir zum William Bay Nationalpark ab. Inzwischen zeigt sich ab und zu die Sonne und wir genießen ein wenig den einladenden Strand am Green Pool. Vorgelagerte Felsbrocken brechen die Wellen, so dass hier ein natürlicher Pool zum Baden einlädt. Ein weiterer kurzer Weg führt zu den Elephant Rocks und tatsächlich erinnern einige Felsen an eine Elefantenherde.

Nun setzen wir unseren Weg nach Walpole fort. Auf der Valley of the Giants Road erhalten wir bereits einen ersten Eindruck von den bis zu 70 m hohen Baumriesen, die uns morgen im Walpole-Nornalup Nationalpark erwarten.


Auf dem nahegelegenen Campingplatz schlagen wir unser Nachtquartier auf. Wir sind die einzigen Übernachtungsgäste auf dem sehr einfach ausgestatteten Valley of the Giant Ecopark.zurueck

 

Mittwoch, 20.12.2017 Walpole-Nornalup NP -  D‘Entrecasteaux NP - Windy Harbour

Die morgendliche Wolkendecke wird schon bald von blauem Himmel abgelöst. Ideale Bedingungen zur Erkundung des Walpole-Nornalup Nationalsparks. Pünktlich zur Öffnung des Tree Top Walk um 9h sind wir vor Ort und erfreulicherweise die ersten, die heute den spektakulären Baumwipfelpfad erkunden. In einer technischen Meisterleistung wurde dieser 600 m lange aus Stahlgittern und Stahlseilen errichtet. In bis zu 40 m Höhe hat man tatsächlich ein wenig das Gefühl, in einer Baumkrone zu sitzen und kann den schönen Ausblick auf die hohen Eukalyptus-Bäume genießen.

Tree-Top-Walk - Walpole Nornalup Nationalpark

Auch wenn der verlangte Eintritt von aktuell 21 AUD pro Person recht hoch ist, sollte man sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Auch der kurze Ancient Empire Trail, der an bis zu 400 Jahre alten Tingle Bäumen vorbeiführt, ist sehr reizvoll.

Einen weiteren schönen Eindruck durch die Welt der Baumriesen bietet der sechs Kilometer lange Tingle Drive. Den kurzen Rundweg zum Giant Tingle Tree sollte man sich nicht entgehen lassen. Der mit 24 m Umfang angeblich größte Rot-Tingle wurde zwar von einem Feuer ausgehöhlt, wirkt aber dennoch gigantisch.

Ein weiterer Abstecher führt uns zum Circular Pool. Eine Verbreiterung des Franklin River hat dieses idyllische Plätzchen geschaffen. Das durch Tannine braun gefärbte Wasser lädt allerdings nicht zum Baden ein.

Abwechslung von den Baumriesen bietet der sieben Kilometer lange Knoll Drive. Dieser umrundet eine Landzunge und bietet schöne Ausblicke auf die miteinander verbundenen Inlets Walpole und Nornalup. Auf dem Wasser wird gesegelt. Wir haben die Gelegenheit, Brillenpelikane aus nächster Nähe zu beobachten.

Durch dichte Wälder geht es weiter nach Northcliff. Rechts und links gehen einige weitere Nationalparks ab, die sich mit dem Wohnmobil aufgrund der hauptsächlich unbefestigten Straßen aber nicht erkunden lassen.

So fahren wir nach Windy Harbour im D‘Entrecasteaux Nationalpark. Auf der Zufahrt legen wir noch einen Stopp am Mount Chudalup ein. Von der kahlen Kuppe des 188 m hohen Granitberges hat man einen tollen Ausblick. Flache Busch- und Heidevegetation überzieht den Nationalpark.

D'Entrecasteaux Nationalpark

Die kleine Feriensiedlung Windy Harbour bietet ohne Allradfahrzeug die einzige Möglichkeit, den Nationalpark zu erkunden. Besonders lohnenswert ist die Fahrt zum Point D‘Entrecasteuax. Bis zu 80 m hohe, schroffe Kalksteinklippen zeichnen das Kap aus. Von mehreren Aussichtspunkten hat man einen tollen Blick auf die schroffen Felsformationen. Besonders schön ist das sogenannte Window, eine ausgespülte Felsformation, durch die man wie durch  ein Fenster auf das Meer blicken kann.

D'Entrecasteaux Nationalpark - window

Nomen est omen. Es ist ziemlich windig am Wasser. Den Sonnenuntergang genießen wir daher lieber an einem der Aussichtspunkte mit einem Gläschen Riesling.zurueck

 

Donnerstag, 21.12.2017 Warren NP - Beedelup NP - Cape Leeuwin - Margaret River

Warren Nationalpark - FirelookoutWarren Nationalpark - FirelookoutIm Warren Nationalpark fahren wir die Old Vasse Road zum Dave Evans Bicentennial Tree - mit 75 m Höhe einer der höchsten Karris im Park. Dieser wurde als Feuerwachausguck genutzt und mit einer "Wendeltreppe" aus Stahlstangen ausgestattet. Für den nicht ganz unanstrengenden Aufstieg sollte man absolut schwindelfrei und trittsicher sein. Eine erste Plattform erreicht man nach 25 m, die eigentliche Aussichtsplattform liegt auf 65 m Höhe. Oben hat man einen sehr schönen Rundblick über den dichten  Karri-Wald und sieht die Sanddünen des D‘Entrecasteuax Nationalparks.

Wieder einmal müssen wir feststellen, wie viele, wenn auch zum Teil nur sehr kleine, Nationalsparks es in Südwestaustralien gibt. Nur wenige Kilometer weiter erreichen wir den Beedelup Nationalpark. Ein kurzer Weg führt zu kleinen Wasserfällen und über eine wackelige Hängebrücke kann man den Fluss überqueren.

Wir fahren weiter an die südlichste Landspitze. In dem attraktiven Ferienort Augusta genießen wir bei Fish & Chips im Colourpatch (Albany Terrace) den tollen Blick auf die Bucht. Idyllisch ragen einige Sandbänke aus dem türkisfarbenen Wasser. Ein Paradies zum Baden oder Kanu fahren.

Der Leeuwin-Naturaliste Nationalpark zieht sich 120 km entlang der Küste. Am südlichsten Ende der sogenannten Cape-to-Cape-Coast liegt Cape Leeuwin, wo der indische Ozean und das Südpolarmeer aufeinander treffen. Markiert wir das Kap durch einen weißen, malerisch gelegenen Leuchtturm.

Leeuwin Naturaliste Nationalpark

Über die Caves Road fahren wir weiter nach Margaret River, das Zentrum der hiesigen Weinregion. In dem Kalksteingebirge der Leeuwin-Naturaliste-Bergkette gibt es über 300 Höhlen, von denen sieben zugänglich sind. Da wir in unseren Reiseunterlagen keine besonders herausragende Empfehlung zu den Höhlen finden, lassen wir diese aus. Nicht zuletzt, weil wir bereits viele tolle Höhlen in Europa besichtigt haben.

In der Touristeninfo in Margaret River informieren wir uns über die hiesigen Weingüter. Erst 1967 wurden  hier die ersten Weinstöcke gepflanzt. Inzwischen gehört Margaret River zu den besten Weinanbaugebieten Australiens, ist allerdings von den Produktionsmengen stark limitiert. Die über 90 ansässigen Weingüter haben nur einen Anteil von drei Prozent an der australischen Gesamtproduktion und exportieren kaum Weine nach Europa.

Unser Plan, abends schön auf einem Weingut zu speisen, geht leider nicht auf. Küche wird in der Region nur bis 16 h angeboten. So suchen wir uns einen stadtnahen Campingplatz (mit 50 AUD in dieser Region sehr überteuert).

In Margaret River ist das Angebot an Gastronomie zwar mit indischer, koreanischer oder thailändischer Küche international vielseitig, dafür aber nicht besonders einladend. Erfreulicherweise finden wir ein Pub, das neben einer akzeptablen Küche auch Weine aus der Region anbietet. So trinken wir einen ausgezeichneten Shiraz des Weinguts Jupiter Estate aus dem Jahre 2004.zurueck

Freitag, 22.12.2017 Leeuwin-Naturaliste NP - Margaret River Weinregion - Busselton - Yalgorup NP

Die Fahrt auf der Caves Road durch den Leeuwin-Naturaliste Nationalpark verlief bislang durch Wälder ohne Blick auf die Küste. Um auch einen Eindruck des Küstengebiets zu bekommen, fahren wir zum Strandvorort von Margaret River, nach Prevelly.

Prevelly - Margaret River

Die windige Küste ist ein Surferparadies. Alljährlich finden hier Surfmeisterschaften statt. Ein paar wenige Surfer warten im Wasser auf die nächste, heute allerdings weniger hohe, Welle. Zum Baden sind die Strände aufgrund vieler Algen im Wasser weniger einladend.

Mit dem Leeuwin Estate starten wir unsere Erkundung des Weingebiets. Hier überzeugen uns eher die Weißweine, insbesondere der Chardonnay (Art Serie) und der Sauvignon Blanc Semillon.

Wir folgen der Caves Road bis kurz hinter Gracetown. Hier liegen die drei ältesten Weingüter der Margaret River Region: Cullen Wines, Juniper Estate und Vasse Felix. Nach unserem gestrigen äußerst positiven Juniper Estate Weinerlebnis probieren wir den aktuellen Shiraz, dieser braucht allerdings noch einige Jahre, um sich voll zu entfalten. Begeistert sind wir vom Tempranillo und - als Liebhaber guter Bordeaux - dem Bordeaux Blend.

Die Weinregion erinnert uns ein wenig an Napa Valley in Kalifornien. Neben repräsentablen Anlagen gibt es auf einigen Weingütern gute Restaurants (i.d.R. abends geschlossen) und einige Kunst-Galerien. Gleich gegenüber von Juniper Estate liegt das Weingut Vasse Felix. Die Küche im dazugehörigen Restaurant wird gehobenen Ansprüchen durchaus gerecht. Begeistert sind wir vom Blanc VII, einem Sauvignon Blanc, dem einige Monate im Holzfass gut getan haben. Mit diesem kulinarischen Hochgenuss beenden wir unseren Besuch der Weinregion.

Langsam steuern wir Perth an. In Busselton legen wir einen kurzen Zwischenstopp ein und sehen uns die 1,8 km weit ins Meer herausragende Jetty an.

Busselton

Dieser Landungssteg wurde bereits 1850 mit Ansiedlung der Holzindustrie errichtet. Er war für die Verschiffung erforderlich und musste aufgrund der geringen Meerestiefe und des Schwemmsandes kontinuierlich erweitert werden. Um den Transport des Holzes zu erleichtern wurden eine Eisenbahnlinie errichtet, die heute Touristen zum Unterwasser-Observatorium fährt. Busselton hat kilometerlangen windgeschützten Strand und ist eine beliebter Urlaubsort. Entsprechend herrscht hier reges Treiben.

Wir setzen unsere Fahrt fort. Kurz hinter der Stadt beginnt der Ludlow Tuart Forrest Nationalpark. Tuarts sind ebenfalls Eukalyptus-Bäume, die auf kargen Kalkböden wachsen. Sie wachsen weniger hoch, haben dafür allerdings breitere Stämme. Über den Scenic Drive fahren wir durch den Park, doch so richtig erschließt sich uns die Natur nicht.

Preston Beach

Unser Tagesziel ist der Yalgorup Nationalpark. Im Park gibt es einige Seen und einen wunderschönen Strand. Auf dem Preston Beach Parkplatz können wir kostenlos über Nacht stehen. So genießen wir am windigen Strand einen traumhaften Sonnenuntergang. Mit uns gibt es zwei weitere Fahrzeuge, die ihr Nachquartier aufschlagen.

Am späteren Abend wird es auf dem Parkplatz noch einmal recht lebhaft. Wir haben schon festgestellt, dass es die Australier lieben, mit ihren Allradfahrzeugen über Strände zu fahren. Am Preston Beach ist es nicht anders. Die Einheimischen kommen vom Strand zurück und müssen nun mit Kompressor-Pumpen die Reifen wieder aufpumpen. Außerdem kommt uns ein Känguru besuchen und lässt sich durch den Lärm nicht vertreiben. Nachts werden wir erneut geweckt. Es dauert etwas, bis wir herausfinden, dass das regelmäßige Kratzgeräusch von einer Sprinkleranlage kommt. Beim Besprengen des Rasens wird auch unser Auto gewaschen. Wir suchen uns einen trockenen Parkplatz und schlafen weiter.zurueck

Samstag, 23.12.2017 Fremantle - Perth - Yanchep NP - Lancellin

Wir sind nur noch etwa 100 km von unserem Ausgangspunkt - Perth - entfernt. Zunächst steuern wir Fremantle an. Diese historisch geprägte 1829 gegründete Hafenstadt hat sehr viel Charme. Es gibt jede Menge hervorragend restaurierter historischer Gebäude im Kolonialstil, die zum großen Teil unter Denkmalschutz stehen. Nette Lokale, Cafés oder Geschäfte laden in entspannter Atmosphäre zum Bummeln und Verweilen ein.

Fremantle Roundhouse

Das 1831 erbaute Round House ist das älteste Gebäude der Stadt. Das recht kleine, 12-eckige Gebäude wurde von und für Aboriginal-Sträflinge gebaut. Hinter dem Gebäude hat man einen schönen Ausblick auf den Yachthafen, die Küstenlinie und den Containerhafen. Der Whalers Tunnel verläuft unter dem Gebäude und verbindet die Stadt mit dem Strand.

Fremantle Prison

UNESCOAls 1850 die ersten Sträflinge aus England eintrafen, reichten die Zellen im Round House nicht mehr aus. So wurde das Fremantle Prison errichtet, das unbedingt einen Besuch wert ist. Dieses Hochsicherheitsgefängnis war, als es 1991 endgültig geschlossen wurde, 136 Jahre in Betrieb und gehört heute gemeinsam mit anderen australischen Gefängnissen zum Weltkulturerbe. Es werden unterschiedliche Touren angeboten, um den riesigen Gefängniskomplex zu erkunden.

In South Perth fahren wir zur Mill Point Road und genießen unser Picknick mit Blick auf die Skyline. So richtig sind wir noch nicht in Großstadt-Stimmung, so dass wir nun in den Norden fahren. Etwa 50 km von der Stadt entfernt liegt der kleine Yanchep Nationalpark.

Yanchep Nationalpark

Am Wagardu Lake kann man gut Wasservögel beobachten. Schön ist auch der Koala Pfad, von dem man sehr gut die meistens regungslos in den Eukalyptusbäumen verweilenden Tiere beobachten kann. Auf den Wiesen tummeln sich etliche graue Riesenkängurus. Ein äußerst attraktives Naherholungsgebiet.

Nachdem wir im Lancellin Caravan Park reserviert haben, fahren wir weiter 75 km nach Norden nach Lancellin.

Lancellin

Der Campingplatz liegt direkt an Meer. Auf den vorgelagerten kleinen Felseninseln tummeln sich viele Vögel. Schön ist besonders die tolle Dünenlandschaft und der feine weiße Sandstrand. Ein permanenter Wind sorgt für Abkühlung, weht allerdings auch den feinen Sand unangenehm hoch.zurueck

Sonntag, 24.12.2017 Nambung NP / Pinnacles - Cervantes - Jurien Bay - Dongara

Im Nambung Nationalpark erwartet uns heute ein Highlight. In den sogenannten Pinnacles Desert ragen bis zu vier Meter hohe bizarr geformte Kalksteinsäulen aus einer Sandwüste. Die faszinierende Mondlandschaft liegt abseits der Küste, umgeben von Buschlandschaft.

Pinnacles - Nambung Nationalpark

Im Hintergrund erheben sich schneeweiße Dünen. Auf einer 3,5 km langen befestigten Sandpiste kann man mit vielen Stopps durch die Wüstenlandschaft fahren. Zur Entstehung der Pinnacles gibt es unterschiedliche Theorien. Durch diesen über ein weites Gebiet verstreuten Säulenwald zu laufen ist ein tolles Erlebnis. Jede der zum Teil mehrfarbigen Kalksteinnadeln ist ein Kunstwerk für sich.

Auf der Weiterfahrt nach Cervantes ragen immer wieder schneeweiße Dünenkämme aus der grünen Buschlandschaft heraus.

In Cervantes wurde in den frühen 1960er Jahren eine Basisstation für die Rock Lobster- bzw. Langustenfischerei gegründet. Vor der Küste treiben die Fangschiffe. Im Lobster Shack Restaurant zelebrieren wir unser Weihnachtsessen mit einem halben fangfrischen Hummer und (dank BYO) einem Gläschen Castle Rock Chardonnay aus unserem Wohnmobil-Kühlschrank.

Cervantes

Über den Indian Ocean Drive fahren wir die Turquoise Coast entlang. Der gepflegte kleine Ferienort Jurien Bay gefällt uns ausgesprochen gut. Nachdem wir uns auf der Jetty ein wenig den Wind um die Nase haben wehen lassen und vergeblich nach Delfinen Ausschau gehalten haben, machen wir noch etwas Strecke. Die Küstenstraße offenbart schöne Landschaftseindrücke, obwohl die Straße nur ab und an direkt am Meer entlangführt. Immer wieder erheben sich unberührte meterhohe Dünen aus der grünen Landschaft.

Auf dem Port Denison Campingplatz quartieren wir uns ein. Nachdem wir vom Obelisk aus auf den kleinen Hafen und die Küste geblickt haben, erkunden wir Dongara. Das Städtchen hat ein wenig historischen Charme. Die 100 Jahre alten Moretonbay Feigenbäume in der Moreton Terrace sind einen kurzen Stopp wert.

Mangels einer Erwähnung in unseren Reiseunterlagen entdecken wir den Irwin River Nature Trail eher zufällig. Von einem Aussichtspunkt sieht man eine Kormoran-Kolonie in den Bäumen am Flussufer.

Irwin River Nature Trail

Ein sehr gut ausgebauter Weg führt zum Teil über Holzstege in die Flusslandschaft. Ideal um Wasservögel wie beispielsweise schwarze Schwäne, Reiher, Kormorane oder Ibisse zu beobachten. Von diesem Stadt nahen Naturpark sind wir ganz begeistert.zurueck

Montag, 25.12.2017 Geraldton - Hutt River Lagoon - Kalbarri NP

Am heutigen ersten Weihnachtstag ist in Geraldton (20.000 Einwohner) nichts los. Wir fahren ein wenig durch die Straßen und zur Fisherman’s Wharf, wo wir einen kleinen Einblick des Fischereihafens erhalten. Im Hafen liegen viele Fangboote für die Langustenfischerei.

Ein abwechslungsreiches Landschaftsbild bietet die Fahrt durch das Chapman Valley. Einige Hügel durchziehen die landwirtschaftlich genutzte Gegend. Abgesehen von ein paar wenigen Rebstöcken erschließt sich uns die nördlichste Weinregion Australiens allerdings nicht und auch der vermeintliche Olivenanbau entzieht sich unseren Blicken.

Pink Lage - Hutt River Lagoon
Pink Lage - Hutt River Lagoon

Auf keinen Fall verpassen sollte man die Pink Hutt Lagoon bei Port Gregory. Eine Meeresalgenart hat die Salzkristalle im Wasser tatsächlich pink gefärbt. Ein irres Naturschauspiel. Das Pink kontrastiert mit weißen Salzablagerungen. In Port Gregory gibt es tolle Picknickplätze mit Meerblick. Felsen schirmen die Bucht vor hohen Wellen ab. Das Wasser leuchtet türkis, ein schöner Kontrast zum weißen Sandstrand.

Über den George Grey Drive fahren wir in den Kalbarri Nationalpark. Erneut ändert sich das Landschaftsbild, eine niedrige Heidevegetation überzieht die ansonsten karge Landschaft und verdeckt den darunter liegenden mächtigen Sandsteinblock.

Dieser hat sich vor über 400 Mio. Jahren aus gepressten Sandschichten gebildet und ist bis zu 3 km tief. Einen schönen Eindruck bekommt man an der Steilküste. Hier gelangt man über diverse Stichstraßen zu spektakulären Aussichtspunkten. Bis zu 100 m hoch sind die farbenprächtig geschichteten Felswände. Besonders schön sind eine Natural Bridge und eine Felseninsel.

Kalibarri Nationalpark

In dem kleinen Ferienort Kalbarri ergattern wir den vorletzten Stellplatz auf dem am Fluss gelegenen Campingplatz. Der kleine Ferienort liegt wunderschön an der Mündungsschleife des Murchison River. Ein schöner Ort, um ein wenig das Strandleben zu genießen.zurueck

Dienstag, 26.12.2016 Kalbarri NP - Hamelin Pool Marine Nature Reserve

Im nördlichen Teil des Kalbarri Nationalparks liegt die Hauptattraktion des Parks, das Nature‘s Window. Dieses ist auf gut ausgebauten Wegen einfach zu erreichen.

Kalibarri Nationalpark - Nature's window

Durch das Fenster hat man einen schönen Blick auf den Fluss. Sehr schön lassen sich die einzelnen unterschiedlich gefärbten Gesteinsschichten bewundern. Eine grandiose Naturschönheit. Lohnenswert ist es ebenfalls noch ein kleines Stück der Felskante zu folgen. Aus der Nähe kann man in einigen Höhlen wunderschön die farbenprächtigen Gesteinsschichten sehen.

Weniger spektakulär ist hingegen der Ausblick auf den Z-Bend. Die Schlucht ist an dieser Stelle nicht so tief und der Fluss hat kaum Wasser. Am Hawks Head hat man noch einmal einen schönen Blick auf den Fluss. Den Ross Graham Lookout finden wir weniger spektakulär.

Nun heißt es wieder einmal Strecke machen. Der North West Coastal Highway verläuft zum Teil kilometerweit geradeaus. Rechts und links der Straße leuchtet die Erde rot unter dem erstaunlich grünen Akazien-Buschland. Die 40°C-Marke haben wir inzwischen überschritten. Abgesehen von einigen Rastplätzen, auf denen man auch kostenlos übernachten könnte, gibt es über einhundert Kilometer nur den Highway. Erster Lichtblick ist das Billabong UNESCO WelterbeRoadhouse. Nur 50 Kilometer weiter folgt das nächste Rasthaus.

Am Overlander Roadhouse tanken wir, bevor wir in die Sackgasse zur Shark Bay einbiegen. Hier beginnt der Shark Bay World Heritage Drive. Die Shark Bay ist seit 1991 Teil des UNESCO-Welterbes. Es ist die erste Region Westaustraliens, die diese Auszeichnung erhielt. Das geschützte Gebiet umfasst etwa 23.000 km², einschließlich Shark Bay Marine Park, Francois Peron National Park, Hamelin Pool Marine Nature Reserve, Zuytdorp Nature Reserve und zahlreichen geschützte Inseln.

Wir steuern den Campingplatz in Hamelin Pool an. Nachdem wir uns im Pool abgekühlt und von der Fahrt erholt haben, erkunden wir die Umgebung.

Ein Rundweg führt uns zunächst an einem kleinen Steinbruch vorbei, in dem zu Kalkstein gewordene Muschelblöcke abgebaut werden. Mangels Alternativen ein beliebtes Baumaterial in der Region. Ein paar Beispiele dieser Muschelkalksteinhäuser findet man in Denham.

Hamelin Pool - Stromatolithen
Hamelin Pool - Stromatolithen

Ein mit Info-Tafeln ausgestatteter Holzsteg führt durch das Hamelin Pool Marine Nature Reserve. Bewegungslos wie Steine liegen die Stromatolithen im seichten Wasser. Tatsächlich handelt es sich um die ältesten Lebewesen der Erde. Ohne diese unscheinbar aussehenden fossilen Mikroorganismen hätte sich auf unserem Planeten kein Leben höherer Ordnung entwickeln können. Ursprünglich bestand die Erdatmosphäre überwiegend aus Kohlendioxid. Durch die Fähigkeit dieser Cyanobakterien, das Wassermolekül H2O aufzuspalten und dadurch Sauerstoff freizusetzen, war die Entwicklung des Lebens überhaupt erst möglich. Bei Flut kann man dieses Schauspiel beobachten, denn der freigesetzte Sauerstoff steigt in Form von kleinen Luftblasen auf. Die Formationen in Hamelin Pool werden auf 3.000 Jahre geschätzt und konnten nur aufgrund des hohen Salzgehaltes überleben.

Hamelin Pool Telegraph Station

Abends haben wir die Gelegenheit, die Telegraph Station zu besichtigen. Die 1884 erbaute Station sicherte die Übertragung zwischen Perth und Roebourne. Ein paar Fotos und Ausstellungsstücke erinnern an die heute obsolete Kommunikationstechnik. Auf dem Außengelände gibt es weitere, durch den hohen Salzgehalt jedoch stark verrostete Ausstellungsstücke.zurueck


Mittwoch, 27.12.2017 Shark Bay Marine Park - Denham - Francis Peron NP

Dem World Heritage Drive folgen wir zum Shark Bay Marine Park.

Shelf Beach

Ein einzigartiges Erlebnis bietet der Shell Beach. Der Name ist Programm! Der 120 km lange Strand ist überzogen von einer bis zu 10 m dicken Muschelschicht. Die kleinen Herzmuscheln knacken bei jedem Schritt unter den Füßen. Zum kalkweißen Muschelstrand bietet das türkisfarbene Wasser einen schönen Farbkontrast. Ein Teil des Strandes ist abgesperrt. Hier werden die Muscheln für die Verwendung in Gärten und auf Fußwegen geschreddert oder auch als Kalzium reicher Muschelkalk für Tierfutter verarbeitet.

Einen weiteren schönen Landschaftseindruck gibt es am Goulet Bluff. Das seichte Wasser der kleinen Bucht leuchtet wunderbar in unterschiedlichen Blau- und Grüntönen.

Goulet Bluff

Die vier Kilometer lange Waschbrett-Piste zum Eagle Bluff Aussichtspunkt ist in sehr schlechtem Zustand und etwas beschwerlich (ohne 4WD) zu befahren. Gut ausgebaut hingegen ist der oberhalb der Klippen gelegene Aussichtspunkt. Mit Glück kann man im seichten Wasser schwimmende Haie, Rochen oder Seekühe sehen. Uns bleibt das Glück leider verwehrt.

In Denham buchen wir uns auf dem Denham Seaside Caravan Park ein und fahren anschließend zum Ocean Park Aquarium. Auf einer informativen Führung lernen wir die hiesige Unterwasserwelt kennen. Highlight der Tour ist die stündlich durchgeführte Haifütterung. Nachdem wir anfangs eher skeptisch auf die Fischbecken geguckt haben, sind wir letztendlich mit der Führung sehr zufrieden.

Denham - Ocean Park Aquarium

Heute herrscht ein extremer Wind. An der Strandpromenade in Denham zu sitzen ist nicht wirklich ein entspanntes Vergnügen. An der nördlich der Stadt gelegenen Little Lagoon ist es etwas weniger windig. Einen schönen Farbkontrast bietet die türkis leuchtende Lagune zum weißen Strand und dem roten Hinterland.

Der spektakuläre Francis Peron Nationalpark ist leider nur mit Allradfahrzeugen befahrbar. 4WD-Tagestouren werden angeboten, was wir aufgrund unseres Zeitplans nicht wahrnehmen.

Ein unvergessliches Erlebnis bietet uns ein Scenic Flight. Mit einer kleinen Chesna 206 fliegen wir in nur 150 m Höhe über diese traumhafte Küstenlandschaft des Francis Peron Nationalparks.

Francis Peron Nationalpark

Wir überfliegen einige ausgetrocknete Salzseen und haben tolle Ausblicke auf das Meer. Aus dem Flugzeug lassen sich sogar Haie, Schildkröten und andere Meerestiere beobachten. Im Abendlicht kontrastiert die große türkisfarbene Lagune mit der roten Erde. Schön sind auch die tiefrot leuchteten Klippen. Einfach grandios!

Anschließend essen wir hervorragend Fisch im The Boughshed Restaurant in Denham. Das Gebäude ist ein schönes Beispiel eines aus Muschelkalkstein gebauten Hauses.

Der starke Wind, der gegen unser Wohnmobil schlägt, beschert uns eine unruhige Nacht. Mit den Zelt-Campern möchten wir nicht tauschen.zurueck

Donnerstag, 28.12.2017 Monkey Mia - Drummond Cove / Geraldton

Schon recht früh am Morgen fahren wir nach Monkey Mia. Die hier lebenden Bottlenose Delfine haben das Resort bekannt gemacht. Einige Delfine ziehen schon bei unserer Ankunft in Strandnähe ihre Runden durch das seichte Wasser.

Monkey Mia - Delfine

Vormittags kann man die Delfinfütterung beobachten, allerdings ein sehr touristisches Erlebnis. Immerhin kann man die Tiere sehr gut aus nächster Nähe beobachten. In der Nachbetrachtung hätte es gereicht, erst später vor Ort zu sein und an der zweiten Führung, die etwas weniger besucht ist, teilzunehmen.

Monkey Mia

Aber nicht nur wegen der Delfine ist Monkey Mia reizvoll. Kilometerlange weiße Sandstrände laden zum Baden ein. Das seichte Wasser leuchtet Türkis. Am Ende der weitläufigen Bucht heben sich die roten Klippen vom weißen Sand ab. Bei Ebbe kommt man über Sandbänke nah an eine Kormoran-Kolonie heran.

Monkey Mia

Auch weitere Wasservögel lassen sich beobachten. Mit etwas Glück sieht man eine Schildkröte und kann die herumtummelnden Delfine beobachten. Im Wasser steht ein Haus auf Stelzen. Hier werden Perlen gewonnen.

An diesem wunderschönen Strand haben wir das nördliche Ende unserer Tour erreicht. Auf der Rückfahrt genießen wir auf der Shark Bay Road noch einige schöne Ausblicke. Mit Erreichen des North West Coastal Highways kommen wir zügig voran. Im Billabong Roadhouse stärken wir uns, bevor wir dem Highway etwa 200 Kilometer bis kurz vor Geraldton folgen.

Der Drummond Cove Holiday Park liegt direkt an schönen weißen Sanddünen.

Drummond

Nachdem wir unser Nachtquartier aufgeschlagen haben, gehen wir noch etwas an den Strand. Gegen den stürmischen Wind, der den Sand hoch weht, müssen wir ankämpfen. Von den Dünen bekommen wir daher nur einen kleinen Eindruck.zurueck

Freitag, 29.12.2017 Green Head - Swan River Valley

Den heutigen Fahrtag lockern wir mit Stopps an der Indian Ocean Road auf. So haben wir bei Green Head von einer Aussichtsplattform bei Dynamite Bay einen schönen Blick auf drei Buchten.

Auf der Weiterfahrt ragen immer wieder hohe weiße Sanddünen aus dem grünen Buschland heraus. An einem Rastplatz mit Blick auf ein besonders schönes Dünen-Exemplar picknicken wir. Hier erfahren wir, dass die Dünen etwa 12 m pro Jahr wandern.

Düne

Nachmittags erreichen wir das Swan River Valley, die älteste Weinregion Westaustraliens. Der Great Northern Highway führt an etlichen Weingütern vorbei. Viel Charme versprüht die Weinregion zumindest auf den ersten Blick aber nicht.

Auf dem Midland Caravan Park checken wir ein. Wir starten noch einen kurzen Versuch, ein Weingut-Restaurant zu finden, doch auch hier schließen die Restaurants am späten Nachmittag. So suchen wir uns ein nettes Plätzchen am Flussufer des Swan Rivers. Das idyllische Erlebnis wird im Middle Swan Reserve leider durch Verkehrslärm etwas beeinträchtigt. Dennoch kann man sehr schön Vögel beobachten.zurueck

Samstag, 30.12.2017 John Forest NP - Perth

Der John Forest Nationalpark, immerhin der älteste Westaustraliens, liegt östlich von Perth. Auf einer kurzen Wanderung erreichen wir einen alten Eisenbahntunnel. Dieser war durch eine technische Fehlkonstruktion nur wenige Jahre in Betrieb. Heute kann man den 340 m langen Tunnel durchlaufen.

Ein 10 km langer Scenic Drive beschert uns noch ein paar Einblicke in den Park, der als Nationalpark unseres Erachtens zu hoch bewertet ist. Von der bis zu 400 m Darling Range hat man schöne Ausblicke, u. a. auf Perth.

Perth Zoo - Koala

Ein besonderes Erlebnis bietet der Perth Zoo. Wir sind begeistert, wie ansprechend dieser angelegt wurde. Der Zoo bietet nicht nur Einblick in die heimische Tierwelt. Die Tiergehege sind sehr naturnah nachgebildet. Sogar eine Regenwald-Atmosphäre wird nachempfunden. Es macht sehr viel Spaß, von einem zum nächsten Gehege zu bummeln und die Tiere zu beobachten.

Perth

Von Kings Park schauen wir noch einmal auf die Skyline von Perth. Mit etwa 1,65 Mio. Einwohnern ist es die drittgrößte Stadt Australiens. Die Lage am einem See ähnelnden Swan River ist gigantisch. Auf dem Swan River sind einige Boote unterwegs. Allerdings ist Perth auch die abgeschiedenste Großstadt der Welt, so ist die nächst größere Stadt Adelaide ganze 2.800 km entfernt.

Direkt vom Central Caravan Park führt ein sehr schön angelegter Wanderweg am Ufer des Swan River entlang. Eigentlich sehr idyllisch - wenn der Verkehrslärm des nahen Highways nicht wäre.zurueck

Sonntag, 31.12.2017 Perth

Nachdem wir das Wohnmobil für die Rückgabe vorbereitet haben, besichtigen wir die Innenstadt von Perth. Zentral an der Riverside finden wir einen Parkplatz. Hier wird ebenfalls deutlich, dass die Stadt rasant wächst. In Top Lage rund um den Elizabeth Quay ragen viele hohe Baukräne in die Höhe. Hier entstehen große Luxus-Hotelkomplexe. Mit einer über eine geschwungene Fußgängerbrücke integrierten Halbinsel ist rund um den Quay bereits eine schöne Ruheoase entstanden. Im Zentrum wechseln sich ältere Gebäude mit modernen ab. Im Bankenviertel wachsen die Wolkenkratzer in die Höhe. Die Stadt ist sehr sauber und legt sehr viel Wert auf Naherholung. So gibt es viele gepflegte Parkanlagen. Mit so vielen Sonnentagen und der grandiosen Lage eine lebenswerte Stadt - nur leider am anderen Ende der Welt.

Die letzte Nacht verbringen wir im IBIS Budget Hotel in Flughafennähe. Nachdem wir eingecheckt haben geben wir das Wohnmobil bei Maui am Great Eastern Highway ab. Erfreulicherweise ist die Bushaltestelle direkt vor der Tür, so dass wir problemlos wieder in die Innenstadt fahren können. Hier genießen wir noch etwas die Sonne und die schöne Atmosphäre am Swan River. Mit Mühe konnten wir am heutigen Silvesterabend noch einen Tisch in einem Restaurant am Elizabeth Quay ergattern. So lassen wir bei einem guten Essen und einem Cocktail den Urlaub ausklingen. Angesichts des morgigen recht frühen Fluges verzichten wir darauf, ins Neue Jahr hinein zu feiern.zurueck

Fazit

Etwa 5.850 gefahrene Kilometer liegen hinter uns. Wenn man von einigen längeren, weniger abwechslungsreichen Streckenabschnitten absieht, haben wir die Fahrten durch die weite, faszinierende Landschaft sehr genossen und den Weg zum Ziel gemacht. Dabei hat uns das Wohnmobil gute Dienste geleistet. Die Campingplatz-Infrastruktur ist in Westaustralien sehr gut, allerdings muss man durchschnittlich 25 - 30€ einkalkulieren, was wir bei dem ein oder anderen recht einfach ausgestatteten Platz etwas überzogen fanden.

Mit unserer abwechslungsreichen Tourenplanung durch den Südwesten Australiens sind wir sehr zufrieden. Ohne weiteres hätten wir so noch weitere Wochen reisen können.zurueck

Letzte Aktualisierung: Dezember 2017 - © Anke Schlingemann und Detlef Hälker